Fensterplatz

"Setz dich mit mir ans Fenster"

ein Gartentisch aus recyceltem Fensterholz




Wie lassen sich in Industriegesellschaften Dinge gestalten, umnutzen und so wiederverwerten, dass wertvolle Rohstoffe und die darin enthaltene "graue Energie" nicht einfach auf dem Müll landen, sondern deren Lebenszyklus durch Umdenken in andere Produkte verlängert wird, eine Wertschöpfung bringt und Rohstoffe einspart?






Gartenmöbel aus recyceltem Tropenholz - Denkansatz

Tropenholz - hochwertiger Rohstoff von Urwaldriesen, in den 80er Jahren durch Raubbau gewonnen und zu Fenstern verarbeitet. Heute, 30 Jahre später, werden viele dieser Fenster gegen Neue ausgetauscht, nicht etwa weil sie kaputt sind, sondern weil sie nicht mehr den neuesten Normen entsprechen. Entsorgt werden sie in Containern die "irgendwo" im Osten landen. Am Ende steht die Deponierung oder die Müllverbrennung. Innerhalb von 30 Jahren wächst kein Urwaldbaum nach.

Gleichzeitig wird immer mehr Tropenholz zu Konsumgütern wie z.B. Gartenmöbel verarbeitet. Hier greift der Gedanke die hochwertigen und sehr dauerhaften Tropenhölzer alter Fenster aus der Entsorgungskette zu fischen und sie als umgedachte Produkte noch länger zu nutzen. Dadurch wird der Müll gemindert, das Holz bleibt als co² Speicher erhalten und die Nachfrage an langlebigen Gartenmöbeln aus Tropenholz kann bedient werden, ohne dass weitere Urwaldbäume gefällt und energieaufwändig transportiert werden müssen.



                      
Rohstoffquelle Müllcontainer                                                                        Auswahl der Hölzer



                       
Entfernen der Beschläge                                                                              Zuschnitt der Teile



                       
Verleimen der Füße                                                                                        Anfertigen der Holzverbindungen



                       
Verleimen der Platte                                                                                       Geringer Restmüll durch minimalen Verschnitt



Um Fensterholz im großen Stil rationell aufzuarbeiten und zu recyceln bräuchte es eine eigene Struktur, dafür ausgestattete und darauf spezialisierte Betriebe. Durch professionelles Fensterholzrecycling könnten Transport- und Entsorgungskosten gespart werden und die Wertschöpfungskette bliebe im eigenen Land.


Der von Stephan Flick entworfene und in seiner Schreiner Werkstatt gebaute Gartentisch "Fensterplatz" ist ein Prototyp und formuliert diesen Gedanken.